Veranstaltungen und News

Beachten Sie die Veranstaltungsvorschau !

Die Vortragsabende des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. finden in der Regel einmal monatlich an einem Freitagabend statt.

Beginn der Veranstaltungen ist jeweils 19.30 Uhr.

 

Seit Mai 2013 ist der Brauhof Freiberg “www.freiberger-brauhof.de” in 09599 Freiberg, Körnerstraße 2, das Vereinslokal des Freundeskreises. Zuvor hatte das Hotel am Obermarkt von 2000 bis Anfang 2013 diese Funktion.

 

Veranstaltungsvorschau (Vorträge): 2020 *

 

10. Januar

Zypern - goldgrĂĽnes vielbeschriebenes Blatt im Mittelmeer

Dr. Eckard Bahr, Dresden

21. Februar

In Altägypten: Von der Verhütung bis zur Geburt

Jana Raffel, Leipzig

20. März

,,Regina” oder ,,Regina Mater” ?- Königinnen der Merowinger

Dr. Robert ReiĂź, Dresden

03. April

Die Argonauten der Steinzeit. Ergebnisse der Abora 4 - Expedition

Dr. Dominique Görlitz, Chemnitz

15. Mai

Wo sind Sodom und Gomorrha? Biblisch - aräologische Forschungen am Toten Meer

Dr. Martin Peilstöcker, Kelsterbach

19. Juni 

Die stillen Ă–rtchen der Welt, stilvolle Toilettenhistorien aus aller Weltn

Dr. Anna-Maria Begerock, Madrid/Berlin

25. September

Zur Besiedlung Amerikas mit besonderen Schwerpunkt auf Nordamerika

Christoph Thienel, Freiberg

23. Oktober

Entlang der Hedschrasbahn - eine Reise von Antiochia ĂĽber Aleppo, Palmyra und Damaskus nach Petra

Prof. Dr. Mathias Döring, Sibbesse-Adenstedt

20. November

Caesar vs. Versingetorix - Gallien wid römischt

Dr. Peter Kracht, Unna

11. Dezember

Beobachtungen zur maneè- Zeremonie auf Talaud/Indonesien

Petra Martin, Dresden

Beachten Sie ggf. auch Programmänderungen durch aktuelle Hinweise auf dieser Website und auf der  Lokalseite Freiberg der „Freie Presse“.

 

Veranstaltungsort: “Brauhof” Freiberg; Beginn 19.30 Uhr

Achtung Programmänderung!

In Verantwortung für unsere Vereinsmitglieder und Referenten hat der Vereinsvorstand im Zusammenhang mit der Corona-Diskussion entschieden, die nächsten beiden Veranstaltungen

20.03.2020 Dr. Reiß: Königinnen der Merowinger

03.04.2020 Dr. Görlitz: Argonauten der Steinzeit

abzusagen.

Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass einerseits weitere Einschränkungen von Veranstaltungen bzw. Schließung von Gaststätten aufgrund amtlicher Anordnungen derzeit nicht ausgeschlossen werden können und andererseits damit gerechnet werden muss, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt (wahrscheinlich) nur wenige Mitglieder/Besucher der Einladung folgen würden.

Um Verständnis für die Entscheidung wird gebeten.

Es ist geplant, für die beiden Vorträge noch in diesem Jahr neue Termine zu finden.

 

,,REGINA” ODER ,,REGINA MATER” ? - KÖNIGINNEN DER MEROWINGER

(20. März 2020)

Unter den germanischen Dynastien der Völkerwanderungszeit gehörten die fränkischen Merowinger zu den prägendsten Herrschern auf europäischem Boden. Obwohl von Kriegern und Klerikern dominiert, konnten auch weibliche Angehörige des Königshauses zu Macht und Einfluss gelangen. Nicht nur die schriftlichen Quellen vermitteln uns ein facettenreiches Bild der Königinnen, Königstöchter und Konkubinen am merowingischen Königshof. Auch die Funde aus den Gräbern der Königinnen Arnegunde ( Vum 580 n.Chr.), Wisigarde (V um 540 n.Chr.) und Balthilde (V680 n.Chr.) lassen die aus langobardischem, fränkischem und angelsächsischem Adel stammenden Herrscherfrauen der Merowingerzeit in ihrer äußeren Erscheinung lebendig werden und vermitteln einen Eindruck vom Reichtum dieser Persönlichkeiten und ihrer Stellung im merowingischen Frankenreich.

 

 

 

Aus dem Vereinsleben:

2018 Dank an Referenten

Zu Beginn des Jahres 2018 war Kunsthistoriker und freier Publizist Dr. Michael Bahr aus Dresden zum 10. Mal als Referent zu Gast im Freundeskreis Alte Kulturen. Aus diesem Grund sprach der Vereinsvorstand ihm mit einer Urkunde Dank und Anerkennung aus.

Aus gleichem Anlass erhielten in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls Dankesurkunden Dr. Dominique Görlitz aus Chemnitz (2012) und Prof. Dr. Ursula Thiemer-Sachse aus Potsdam (2013). Ehrenmitglied Dr. Peter Kracht aus Unna wurde im November 2015 anlässlich seines 20. Vortrages im Verein in ähnlicher Weise gedankt.

 

Am 15. November 2014 wurde der Vereinsvorsitzende mit dem Andreas-Möller-Geschichtspreis (Sonderpreis) geehrt

In seiner Laudatio fĂĽhrte Vereinsmitglied Dr. Wolfgang Dallmann u.a. aus: „Es gibt wahrscheinlich keinen vergleichbaren Geschichtsverein mit dieser speziellen Ausrichtung in Deutschland… Dessen Vorsitzendem gelingt es, hochrangige Wissenschaftler der Geisteswissenschaften fĂĽr Vorträge in den Verein und damit in unsere Stadt zu holen und Jahr fĂĽr Jahr ein äuĂźerst niveauvolles Programm anzubieten… Viele von ihnen kommen immer gern zum wiederholten Male in den Freundeskreis und damit in unsere Stadt, weil sie hier ein sehr interessiertes, aufgeschlossenes, auch nach einem zweistĂĽndigen Vortrag nicht mĂĽde werdendes und am Ende diskussionsfreudiges Publikum antreffen. Sie spĂĽren hier einen wachen Geist, der einer Universitätsstadt wie Freiberg gut zu Gesicht steht…“

 

2. Band der Vereinschronik „Auf den Spuren alter Kulturen“

Zur Jubiläumsveranstaltung „40 Jahre Freundeskreis Alte Kulturen“ präsentierte der Verein seinen zweiten Band der Vereinschronik:

Auf den Spuren alter Kulturen – Band II

Nicht nur eine Chronik des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. FreibergBild 1-1

Herausgegeben von Andreas MĂĽller

Books on Demand, Norderstedt 2013

ISBN 978-3-7322-2662-7

Hardcover, 640 Seiten, 15 Farb-, 15 s/w-Abb.

Auch im vorliegenden zweiten Band fĂĽhren Referenten und Vereinsmitglieder weltweit zu den Schauplätzen alter Kulturen. In ĂĽber 40 Beiträgen spannen 35 Autoren zeitlich und geographisch einen sehr weiter Bogen, der unter anderem ur- und frĂĽhgeschichtliche Felsbilddarstellungen, das 12 000 Jahre alten Heiligtum Göbekli Tepe, megalithische Bauten auf Menorca, die Varusschlacht, die groĂźen geographischen Entdeckungen sowie die Erfindung des europäischen Porzellans umfasst.

Die Herausgabe des Bandes erfuhr erneut eine großzügige Förderung durch die Franz-und-Eva-Rutzen-Stiftung. (amü 11/13)

40 Jahre Freundeskreis Alte Kulturen. 40 Jahre auf den Spuren alter Kulturen

Unter diesem Thema richtete der Freundeskreis am 18. Oktober 2013 im Saal des „Brauhofes“ Freiberg seine Jubiläumsveranstaltung aus.

Der Einladung waren nicht nur die Mitglieder des Vereins, sondern auch der Vorsitzende des Freiberger Altertumsvereins, der Kulturamtsleiter in Vertretung des OberbĂĽrgermeisters der Stadt Freiberg sowie ehemalige Referenten gefolgt.

Der Vereinsvorsitzende resĂĽmierte die Geschichte des Freundeskreises Alte Kulturen von 1973 bis heute. In bislang fast 450 Veranstaltungen „fĂĽhrte“ der Freundeskreis mehr als 15 000 Besucher zu den Schauplätzen alter Kulturen in nahezu 80 Ländern auf fĂĽnf Kontinenten. Der Vereinsvorsitzende fĂĽhrte u.a. aus: „Der Freundeskreis Alte Kulturen profitierte in den vergangenen vier Jahrzehnten zweifellos von der Themenvielfalt seiner Veranstaltungen und der oftmals interdisziplinären Betrachtung. Nicht minder zum Erfolg beigetragen hat aber sicherlich auch, dass die Auseinandersetzung mit den Hinterlassenschaften unserer Vorfahren sehr offen erfolgte und nicht von vorherbestimmten oder etablierten Auffassungen bestimmt war bzw. sein musste. So soll es auch kĂĽnftig sein.

Dem deutschen Archäologen Ludwig Michael Curtius (1874-1954), von 1928-1937 Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, wird der Ausspruch zugeschrieben: „Ein Archäologe muss sich vor der Phantasie hüten. Aber ohne Phantasie ist man kein rechter Archäologe.“ Bezogen auf die Vereinstätigkeit des Freundeskreises Alte Kulturen eine sehr treffende Aussage.“

Im Anschluss erfolgten Ehrungen fĂĽr langjährige Vereinsmitgliedschaften und Ăśberreichungen des zweiten Bandes der Vereinschronik an Sponsoren, Institutionen und Referenten. Hervorgehoben wurde dabei auch die seit fast 18 Jahren faire und verlässliche Partnerschaft mit dem Pächter des Brauhofes – seit 2013 wieder Vereinslokal des Freundeskreises –  Herrn Udo MĂĽnch. SchlieĂźlich erfolgte die Ernennung des Althistorikers und Vereinsmitgliedes Dr. Peter Kracht aus Unna zum Ehrenmitglied. (amĂĽ 11/13)

 

Bild 2-1

 

Zum Tod von Dr. Werner Lauterbach                                         

(geb. 10.06.1930, gest. 12.08.2012)

Am 12. August 2012 verstarb nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren unser Ehrenmitglied Dr. Werner Lauterbach.

Dr. Lauterbach hat seit 1973 den Weg des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. Freiberg aktiv begleitet und unterstützt. Seit dem 1. Januar 1974 gehörte er diesem als Mitglied an. In Würdigung seiner Verdienste wurde Dr. Werner Lauterbach auf Beschluss der Mitgliederversammlung am 10. Juni 2000 zum Ehrenmitglied unseres Vereins ernannt.

Seine zahlreichen Vorträge im Verein – über Altägypten, Paracelsus, Agricola und Sagen unserer Heimat – sowie seine Geschichtsführungen durch Freiberg werden ebenso wie seine liebenswürdige und bescheidene Art in angenehmer Erinnerung bleiben.

Auch wenn in den letzten Jahren auf Grund von Alter und Krankheit eine persönliche Teilnahme an unseren Veranstaltungen und unserem Vereinsleben nur noch selten möglich war, blieb der Kontakt und das Interesse an unserer Arbeit bis zuletzt erhalten. Die Begegnungen und Gespräche mit den Vereinsmitgliedern hat er stets genossen.

Wir werden Dr. Werner Lauterbach stets in ehrenden Gedenken behalten.

Im Namen des Vorstandes des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. Freiberg

Andreas MĂĽller

1. Vereinsvorsitzender          

Freiberg, 16. August 2012

 

Vereinschronik „Auf den Spuren alter Kulturen“

Am 11. Mai 2007 konnte der Freundeskreis den Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit seine Vereinschronik „Auf den Spuren alter Kulturen“ als Buch präsentieren:

Auf den Spuren alter Kulturen

Nicht nur eine Chronik des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. FreibergBuch02

Herausgegeben von Andreas MĂĽller

Books on Demand, Norderstedt 2007

ISBN 978-38334-7039-4

Hardcover, 568 Seiten, 15 Farb-, 15 s/w-Abb.

Obwohl die Vereinschronik für die Mitglieder und Referenten des Freundeskreises Alte Kulturen geschrieben wurde, richtet sich das Buch an alle archäologisch und geschichtlich Interessierte. 68 Autoren, international renommierte Wissenschaftler, namhafte und weniger bekannte Archäologen, Historiker, Völkerkundler sowie an der Geschichte Interessierte und Vereinsmitglieder haben zum Gelingen dieses Werkes beigetragen.

Entstanden ist ein außergewöhnliches und in seiner Art wohl einmaliges Geschichtsbuch. Begeben Sie sich auf eine Zeitreise von den frühen Anfängen der Menschheitsgeschichte, den Zeugnissen großer Kulturen in Mesopotamien und Ägypten, in Süd- und Mittelamerika, über das Mittelalter bis hin zu archäologischen Grabungen und Entdeckungen sowie völkerkundlichen Studien in heutigen Tagen.

Wer etwas über die Kelten, über altägyptische Geschichte, über Sitten und Bräuche alter Kulturen, über Mumifizierung , Wissenschaft und Technik des Altertums, über Plünderung und Vernichtung des Kulturerbes, über die Anfänge der Stadt Dresden, über mittelalterliche Alchemie, über archäologische Datierungen erfahren will, findet hierzu und zu vielen weiteren Themen in dem Buch eine Antwort.

Durch die Franz-und-Eva-Rutzen-Stiftung erfuhr das Projekt eine großzügige Förderung.

Zur Buchpräsentation sprachen Dr. Rainer Vollkommer vom Landesamt für Archäologie Dresden, Andreas Müller, Vereinsvorsitzender und Klaus Volke, 2. Vorsitzender. Anschließend erfolgten u.a. Überreichungen der Chronik an die Sponsoren des Projektes sowie an die Stadtbibliothek Freiberg und die Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ Freiberg. Im Nachgang wurde auch ein Exemplar dem Stadtarchiv Freiberg überreicht.(amü 05/07)

 

BuchĂĽberreichung Stadtarchiv-321

 

Vereinschronik auf CD

Anlässlich des 30jährigen Bestehens des Freundeskreises erschien auf CD als Dokumentation in Portable Document Format (pdf) die Chronik des Vereins “Auf den Spuren alter Kulturen”. In zahlreichen Beiträgen ehemaliger Referenten gibt sie zugleich Einblicke in die wechselvolle Menschengeschichte.

60 Autoren - ehemalige Gastreferenten und Mitglieder des Vereins - geben in 72 Beiträgen auf über 320 Seiten (A4, 21 x 29,7 cm) und in zahlreichen Abbildungen die Geschichte und den Werdegang des Freundeskreises Alte Kulturen sowie ihre Erinnerungen wieder. Unterschiedliche Themen, Betrachtungsweisen und Schreibstile machen die Publikation lesenswert.

Die zum Betrachten erforderliche Software ADOBE Acrobat Reader ist zur Installation ebenfalls auf der CD enthalten.

Die CD ist fĂĽr 8,00 EURO (fĂĽr Nichtmitglieder 15,00 EURO zzgl. 1,45 EURO Versandkosten) ĂĽber den Vereinsvorsitzenden zu beziehen. (amĂĽ 10/03)

 

Tafel weist Vereinslokal aus

Ende Oktober 2002 erfolgte am Hotel am Obermarkt in Freiberg durch den Vereinsvorstand und Hotelgeschäftsführer Udo Münch feierlich die Enthüllung einer Tafel mit der Aufschrift:

“Vereinslokal Freundeskreis Alte Kulturen e.V. Freiberg - gegründet 1973”

Damit wird nunmehr auch nach außen das Hotel am Obermarkt in der Waisenhausstraße 2 als Vereinslokal unseres Freundeskreis ausgewiesen. Die “Freie Presse” berichtete hierüber am 25.10.2002(amü 10/02).

Exkursionsberichte:

ZU GAST BEI WELTENBUMMLER ERNST-ULRICH WALTER IN LEUTEWITZ

Am 1. Juli 2006 besuchte der Freundeskreis das „Museum fĂĽr Morgenlandfahrer“ in Leutwitz (Ortsteil von Göda bei Bautzen). Nachdem der Vereinsvorstand im FrĂĽhjahr 2006 die Ausstellung besichtigt hatte, wollte er seine unvergesslichen EindrĂĽcke nicht den ĂĽbrigen Vereinsmitgliedern vorenthalten. In 150 Minuten fĂĽhrte sein Schöpfer und Besitzer, der ehemalige Rechtsanwalt und „Weltenbummler“ Ernst-Ulrich Walter (Jg. 1919) die 24 Exkursionsteilnehmer in eine andere Welt.

Die Exkursionsteilnehmer erwartete mehr als ein einzigartiges Museum: Sammelleidenschaft eines außergewöhnlichen „Weltenbummlers“ aus fünf Jahrzehnten. Diese ließen die Begegnung mit fremden und alten Kulturen zu einem nachhaltigen und unvergesslichen Erlebnis werden.

Die Fülle und Einmaligkeit sowie der unermessliche ethnographische, archäologische, kunsthistorische und natürlich auch materielle Reichtum der zusammengetragenen Kostbarkeiten „erschlägt“ den Besucher regelrecht. Dem lauschenden Betrachter klingen ständig wiederholend Wörter wie „Wahnsinn!“, „Unfassbar!“, „Einmalig!“ der anderen Besucher ins Ohr.

Man begegnet auf engstem Raum in rund 20 Zimmern mehreren Tausend, richtiger wahrscheinlich mehreren Zehntausend – auch wenn sie noch keiner gezählt hat – Exponaten von Kulturen zwischen Marokko und Neuseeland, zwischen Norwegen und SĂĽdafrika, von Moskau bis nach Hongkong. Gezeigt werden Relikte aus 6000 Jahren menschlicher Kulturgeschichte: Jahrhunderte alte anatolische Grabsteine, wunderschöne Gemälde, arabische Kaffeekannen, Buddhafiguren aus Tibet und chinesischen Bodenvasen, persische Miniaturen, koptische Kreuze aus Bronze; Schmuck und Textilien aus Nordindien, Tibet, Nepal, Pakistan, Afghanistan und Mittelasien; Marionetten aus Thailand. Von handwerklichen Meisterleistungen zeugen Schnitzerein aus Elfenbein, Holz und Jade; Intarsien aus edlen Hölzern, Edel und Halbedelsteinen sowie Perlmut; Schwerter, Messer, Pistolen und Gewehre, Kleinodien aus 1001 Nacht. Man findet und sieht aus dem Meer geborgenen Amphoren mit noch anhaftenden Muschel und Kalkverkrustungen, Möbel, Gebrauchsgegenstände, Siegel, 80 handgeschriebene Korane, Inkunabeln, Landkarten, 200 Jahre alte Erstausgaben von Voltaire; 180 russisch-orthodoxe, griechisch-orthodoxe sowie vom Balkan stammende Ikonen des vorwiegend 18. und 19. Jhs.; rund 300 orientalische Teppiche und ... und ... und ....

Aber auch der naturhistorisch und naturgeschichtlich Interessierte kommt nicht zu kurz: unzählige, teilweise aus den Sedimentschichten sauber herausgearbeitete Fossilien, Manganknollen, Haifischzähne, Schildkrötenpanzer, präparierte Tiere, einzigartige Felle.

Wenn es gewünscht wird, erzählt der Hausherr zu jedem Stück seine Geschichte und alles (!) darf angefasst werden. (amue 12/2006)

 

Göda_1

 

DER GESCHMIEDETE HIMMEL

Die erste Exkursion des Jahres 2005 führte die Mitglieder des Freundeskreises Alte Kulturen am 5. März in das 1881 gegründete Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. Das heutige Gebäude des Landesmuseums wurde 1913 bis 1918 vom Düsseldorfer Architekten Wilhelm Kreis im neoklassizistischen Stil erbaut.

Seit Oktober vergangenen Jahres wird hier unter dem Titel „Der geschmiedete Himmel - Die weite Welt im Herzen Europas vor 3600 Jahren“ Europas größte Bronzezeitschau gezeigt. Zu Beginn der ursprĂĽnglich bis Ende April 2005 geplanten Sonderschau rechnete man mit 100.000 Besuchern. Zwischenzeitlich wurde die Landesausstellung um einen Monat verlängert und es zeichnet sich ab, dass die Besuchererwartungen ĂĽbertroffen werden.

Zur Freundeskreisexkursion hatten zunächst über 40 Personen ihre Teilnahme gemeldet, aber wegen Krankheit erfolgten am Vortag noch einige Absagen, so dass letztlich „nur“ 33 Personen sich beteiligten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung, an der 68 Museen aus Europa und dem Libanon mitwirken, steht die Himmelsscheibe von Nebra. Die meisten der ĂĽber 1600 Exponate wurden bislang nie als Originale ausgeliehen und werden in dieser Gesamtheit wohl auch nie wieder zu sehen sein.

Die Himmelsscheibe, vor 3600 Jahren zusammen mit wertvollen Schwertern, Schmuck und Gerät auf dem Gipfel des Mittelberges bei Nebra (Burgenlandkreis) niedergelegt, ist einer der wichtigsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts. Die Himmelsscheibe wurde am 4. Juli 1999 von zwei bereits verurteilten Raubgräbern aus Nordrhein-Westfalen entdeckt. Am 23. Februar 2002 wurde die Scheibe zusammen mit anderen Bronzeteilen, wie zwei Schwertern, zwei Beilen, einem Meißel und bronzenen Armringen, bei einer fingierten Verkaufsaktion durch den Landesarchäologen Sachsen-Anhalts und der schweizerischen Polizei in Basel sichergestellt.

Die rund zwei Kilogramm schwere Bronzescheibe mit Goldauflagen ist fast kreisrund mit einem Durchmesser von 31 bis 32 Zentimetern. Eindeutig sind ein Schiff, Sonne, Mond, Sterne und als Ansammlung von sieben Goldpunkten der Sternenhaufen der Plejaden zu erkennen. Dazu sind am Rand der Scheibe zwei Bögen, so genannte Horizontbögen, zu sehen.

Die Scheibe zeigt die bislang älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit und ist damit ein Schlüsselfund nicht nur für die Archäologie, sondern auch für die Astronomie und die Religionsgeschichte.

Allgemeines Erstaunen rief bei den Exkursionsteilnehmern die gute Erhaltung der Bronzescheibe hervor. Bei der Restaurierung wurde nur ein fehlendes Stück der Goldauflage des Vollmondes ersetzt. Zweifler an der Echtheit des Alters der Scheibe kann man daher durchaus verstehen. Und sie haben auch ein Argument: Bislang gibt es kein Verfahren, dass die Altersdatierung von Buntmetall ermöglicht. Aber in der Betrachtung der Komplexität des Fundes und aller wissenschaftlichen Untersuchungen sollte das Alter von 3600 Jahren nicht mehr außer Zweifel stehen. Maßgeblichen Anteil am Nachweis der Echtheit der Scheibe hat Prof. Ernst Pernicka, der bis 2004 den Lehrstuhl für Archäometallurgie an der TU Bergakademie Freiberg innehatte. Nachdem aber bereits zum Wintersemester 2003 der Studiengang Archäometrie an der Bergakademie eingestellt wurde, folgte Prof. Pernicka zum 1. Oktober 2004 der Berufung an das Institut für Ur- und Frühgeschichte sowie Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen und richtet am Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim ein neues Zentrum für Archäometrie ein. Bei seinem Vortrag über die Himmelsscheibe von Nebra 2004 im Freundeskreis Alte Kulturen verstand er es exzellent über die Entdeckung und Erforschung der Himmelsscheibe zu sprechen.

Zu den wertvollen Stücken der Ausstellung gehören auch der berühmte, 3400 alte Sonnenwagen von Trundholm (Dänemark), der nur mit einer Sondergenehmigung außer Landes gebracht werden durfte, sowie die gleichaltrigen 88 Goldschiffchen von Nors (Dänemark). Im Gegenzug wird nach Beendigung der Ausstellung die Himmelsscheibe nach Kopenhagen zu einer Sonderschau reisen.

Es war ein glücklicher Umstand, dass sich die Exkursionsteilnehmer erneut der Führung einer sympathischen jungen Frau anschließen konnten, die die Vereinsmitglieder bereits durch die 2. Sächsische Landesausstellung auf Schloss Hartenfels in Torgau führte: Frau Mareile Bernard. Und so wurde die interessante Ausstellung auch noch mit einer allgemeinverständlichen und rhetorisch hervorragenden 90minütigen Führung gekrönt.

Die Exkursion klang mit einem gemeinsamen Mittagessen in der ersten hallischen Gasthausbrauerei „Zum Schad“ aus. In angenehmen historischen Ambiente gab es gutschmeckende Riesenportionen. Und auch Petrus spielte wieder mit: Ein trockner sonniger Wintertag - der Schneefall setzte erst am Abend wieder ein, als alle zu Hause waren. (amü 3/05)

 

Halle2005-22-1

 

VOM NEOLITHISCHEN “SONNENOBSERVATORIUM” VON GOSECK ZUR MITTELALTERLICHEN NEUENBURG IN FREYBURG

Mitglieder des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. folgten unlängst (28. August) einer Einladung des Grabungsleiters Dr. Peter Frank Biehl vom Prähistorischen Institut der Universität Halle zur Besichtigung der Ausgrabungen an der neolithischen Kreisgrabenanlage von Goseck, die auch als Sonnenobservatorium von Goseck bekannt ist. Dr. Biehl war im Mai Gast des Freundeskreises und berichtete umfänglich über den aktuellen Stand der Forschungen

Der Exkursionstag für die 28 Teilnehmer begann zunächst mit einigen Hindernissen – Stau auf der Autobahn, Straßensperrungen und Umleitungen – und brachten so den Zeitplan etwas durcheinander. Im Handy-Zeitalter aber alles kein Problem. Auf Schloss Goseck, dem ersten Exkursionsziel schließlich angekommen, mussten die Teilnehmer leider erfahren, dass Dr. Biehl wegen Erkrankung kurzfristig ausgefallen war. Zum Glück übernahm Frau Uta Oelke vom Förderverein “Gosecker Sonnenobservatorium” die Führung.

Schloss Goseck erhebt sich auf einem Steilhang am Nordufer der Saale und ist aus einem alten Benediktinerkloster hervorgegangen, das mit Einführung der Reformation nach 1539 aufgelöst wurde. Nach der Klosterzeit wurde das Gebäude zum herrschaftlichen Schloss umgebaut. Vom 7. bis 9. Mai 2004 fand hier die internationalen Tagung «Neolithische Kreisgrabenanlagen in Europa» statt.

Vom Schloss bis zur Ausgrabungsstätte waren es nur wenige Gehminuten. Die Kreisgrabenanlage in Goseck misst 75 Meter im Durchmesser und war einst von einem etwa 2 m hohen Holz-Palisadenzaun umgeben. In das Innere führten drei Tore, die den Steinzeitmenschen auch zur Sonnenbeobachtung dienten, u.a. zur Bestimmung der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Das war für die bäuerlich geprägte Gesellschaft ein wichtiger Termin, etwa um die geeignete Zeit für die Aussaat vorherzubestimmen.

Die schemenhaften Umrisse der Anlage wurden bereits 1991 bei Luftbildaufnahmen entdeckt. 2002 fanden erste, 2003 und 2004 umfangreiche Ausgrabungen statt. Dabei waren die Forscher auf menschliche Knochen mit Spuren von Abschabungen gestoßen, die auf Menschenopferungen hindeuten. Die Anlage wurde vor 7000 Jahren erbaut, aber schon nach etwa 200 Jahren wieder aufgegeben. Es ist geplant, bereits im kommenden Jahr mit der detailgetreuen Rekonstruktion der Anlage am gleichen Ort zu beginnen und sie als Freilichtmuseum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Goseck liegt nur 25 Kilometer vom Fundort der 3600 Jahre alten «Himmelsscheibe von Nebra» entfernt und beweist, dass Steinzeitmenschen in Mitteldeutschland über umfangreiche astronomische Kenntnisse verfügt hatten.

Nach dem Mittagessen im “Ratskeller” von Naumburg erfolgte die Besichtigung des spätromanisch-frühgotischen Dom St. Peter und Paul, in dessen Innern die 12 Stifterfiguren (die bekanntesten davon sind Uta und Ekkehard) von der Hand eines unbekannten Meisters geschaffen, jeden Besucher faszinieren.

Die Weiterfahrt fĂĽhrte nach Freyburg an der Unstrut, wo hoch ĂĽber dem Winzerstädtchen die um 1090 vom ThĂĽringer Grafen Ludwig dem Springer gegrĂĽndete sagenumwobene Neuenburg, die Schwesternburg der Wartburg, thront. In ihrer hochmittelalterlichen BlĂĽtezeit wurde die Burg prachtvoll ausgebaut. Es entstand eine weitläufige Anlage mit repräsentativen Wohnbauten, mächtigen TĂĽrmen, gewaltigen Mauern und Toren. Architektonisches Kleinod ist noch heute die um 1180 errichtete Doppelkapelle mit ihrer auĂźergewöhnlichen Bauzier. Existenzgefährdend wirkte die SchlieĂźung der Anlage von 1970 - 1989. Ein BurgenfĂĽhrer aus dieser Zeit (1984) schrieb, dass die Wehranlage wegen “umfangreicher Sanierungsarbeiten” zurzeit leider nicht zugänglich sei.

Infolge der jahrzehntelangen baulichen Vernachlässigung waren 1989/90 Burg und Museumsgut in ihrem Bestand extrem gefährdet. Seitdem durchgefĂĽhrte umfassende Instandsetzungs- und SanierungsmaĂźnahmen im Bereich der Kernburg beseitigten die wesentlichsten Bauschäden, so dass sich die Neuenburg wieder als attraktives Ausflugsziel präsentieren kann. Ihre lebendige Ausstrahlung verdankt sie heute nicht zuletzt dem Wirken des Vereins zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg  e. V., der seit 1998 auch Träger des Museums ist.

Mit einem Gruppenfoto und dem Austritt aus der Neuenburg sowie Rückweg zum Parkplatz endete am späten Samstagnachmittag nicht nur die erlebnisreiche Exkursion, sondern auch das schöne Wetter des Tages. Der Himmel öffnete seine Schleusen, so dass ein abschließender Abstieg durch die Freyburger Weinberge leider nicht mehr erfolgen konnte. (amü 9/04)

 

 

GLAUBE & MACHT. SACHSEN IM EUROPA DER REFORMATIONSZEIT

Insgesamt 28 Personen waren am 3. Juli 2004 der Einladung des Freundeskreises Alte Kulturen e.V. Freiberg zur Exkursion nach Torgau und zur Besichtigung der 2. Sächsischen Landesausstellung gefolgt. Damit fand die Landesausstellung bei den Vereinsmitgliedern ein ähnlich großes Interesse wie 1998 die 1. derartige im Kloster St. Marienstern zum Thema “Zeit und Ewigkeit”.

Die konzeptionelle Gestaltung der Landesausstellung lag in den Händen von Dr. Harald Marx, Direktor der Dresdner Galerie Alte Meister, der übrigens auch schon Gast unseres Freundeskreises war (1990). Ursprünglich sollte die Ausstellung bereits 2003 ihre Tore öffnen, aber auf Grund der Flutschäden durch das August-2002-Hochwasser bei dem Ausrichter, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wurde sie um ein Jahr verschoben.

Nach angenehmer Fahrt von Freiberg nach Torgau und dabei die landschaftlich reizvolle Dahlener Heide querend, erwartete die Teilnehmer zunächst im “Cafe & Restaurant am Markt” in Torgau das Mittagessen. Gestärkt für die 120minutige Führung begaben sich dann nach 13 Uhr die Teilnehmer in 2 Gruppen in die Hände sachkundiger Führung

Die Führung begann im Albrechtsbau, dem ältesten Teil des Schlosses Hartenfels, wo auf 3 Etagen der größte Teil der Exponate präsentiert wird, u.a. auch das monumentale Tafelbild “Elias und die Baalspriester” von Lucas Cranach d.J. Er malte es 1545, zwei Jahre vor der Schlacht bei Mühlberg. Das Gemälde, das nach der alttestamentarischen Geschichte die Liquidierung Andersgläubiger darstellt, erfuhr während der Reformationszeit eine ganz andere Aktualität . Kein Wunder, dass die Ausstellungsmacher gerade aus diesem Gemälde Details als Wegweiser zur und durch die Ausstellung entnahmen: Man findet hieraus Personen auf Hinweistafeln, Programmheften, Eintrittskarten etc.

Zusammen mit den beiden anderen Ausstellungsorten - der Schlosskapelle und der Kurfürstlicher Kanzlei – werden auf 1600 m² Ausstellungsfläche ca. 400 Ausstellungsobjekte noch bis zum 10. Oktober 2004 gezeigt. Schloss Hartenfels wurde in Vorbereitung der Landesausstellung mit einem Kostenaufwand von rd. 27 Mio. Euro weitestgehend saniert.

Inhaltlich wird die Landesausstellung, wie der Name es besagt, durch die Reformationszeit: Nach der “Leipziger Teilung 1485” wurde Sachsen zwischen der albertinischen und der ernestinischen Linie der Wettiner in zwei Einflussgebiete geteilt. Die Ernestiner und ganz besonders Johann Friedrich der Großmütige bevorzugten Torgau als Residenzsitz. Schloss Hartenfels wurde in verschiedenen Abschnitten zur prunkvollen Renaissanceresidenz ausgebaut und Sitz der sächsischen Kurfürsten (1485-1555). Zugleich war es entscheidendes Zentrum der Reformation in Sachsen.

Im frühen 16. Jahrhundert veränderten sich die Machtverhältnisse in Europa; Sachsen spielte nun eine zentrale Rolle. Gegenüber Kaiser Karl V. versuchten die sächsischen Kurfürsten und Herzöge ihre Position zu stärken, teilweise im Bündnis, aber auch als Gegner der kaiserlichen Politik. Unter ihrem Schutz konnte Martin Luther seine Reform der Kirche vorantreiben, eine Entwicklung, die zur Spaltung der Kirche und mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 zur Anerkennung zweier christlicher Bekenntnisse führte. Zeichen dieser engen Verbindung von Glaube und Macht in Sachsen ist die am 5. Oktober 1544 durch Luther geweihte Schlosskapelle, die als erster protestantischer Kirchenbau in die Geschichte eingegangen ist und unser zweites Stationsziel war.

Bezüge zu Freiberg gab es während der Führung immer wieder. So wurde beispielsweise durch den weltweit einmaligen Musikinstrumenten-Fund 2003 in der Begräbniskapelle des Freiberger Doms die Ausstellungskonzeption nochmals umgestoßen. Originalgetreue Nachbauten der 30 Musikinstrumente, mit denen die Begräbniskapelle des Freiberger Doms zwischen 1585 und 1594 ausgestattet worden war, wurden in die Landesausstellung integriert und fanden Platz in der Schlosskapelle. Bislang nahm man an, dass es sich nur um gelungene Nachbildungen handelt. Ein Irrtum wie sich nun herausstellte. Es war der Bildhauer Giovanni Maria Nosseni, der entschied, den Engelsputten über der Grabstätte der Wettiner keine Gipsmodelle, sondern irdische Instrumente in die Hand zu geben.

In der ehemaligen Kurfürstlichen Kanzlei, wenige Meter vom Schloss entfernt, fand die Führung mit Erläuterung am Torgauer Stadtmodell und Ausführungen zum Niedergang der sächsischen Klöster ihren Abschluss. Die junge Frau aus Niedersachsen, die unsere Gruppe 2 Stunden lang begleitete, verstand es ausgezeichnet, das geschichtliche Umfeld zu umreißen und Augenmerk auf das Wesentliche zu richten. Alles in allem eine gelungene Exkursionsfahrt. (amü 08/2004)

AUF DEN SPUREN DER RĂ–MER IN WESTFALEN

Anfang Juni folgte der Freundeskreis Alte Kulturen den Spuren der Römer in Westfalen. Die 28 Teilnehmer legten dabei in drei Tagen über 1600 km per PKW zurück. Die Exkursion stand unter Leitung des Althistorikers und Unnaer Kreisheimatpflegers Dr. Peter Kracht, seit einiger Zeit selbst Vereinsmitglied des Freundeskreises. Ausgangspunkt für die zahlreichen Exkursionsziele war Unna. Kreisdirektor Michael Makiolla begrüsste die “Archäologiefreunde aus Sachsen” im Gasthof Agethen recht herzlich und stellte den Landkreis Unna vor.

Die ersten beiden Exkursionsziele - Externsteine und Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen - führten zunächst zu den Widersachern Roms, den Germanen. Das 40 m hohe Felsmassiv der Externsteine zog schon in der Alt - und Jungsteinzeit Jäger und Sammler magisch an. Die Faszination des “heiligen Ortes” übertrug sich später auch auf die Germanen. Im Freilichtmuseum Oerlinghausen erhielten die Exkursionsteilnehmer durch den originalgetreuen Wiederaufbau eines Germanengehöfts Einblicke in deren Lebensweise sowie in ihre alte Handwerkstechniken.

Nach dem Eindringen der Römer entlang der Lippe in die Siedlungsgebiete germanischer Stämme war die Lunte zu anhaltenden Flächenbränden gelegt, die als Germanenkriege (12 v.Chr. bis 16 n.Chr.) in die Geschichte eingehen sollten. Im Verlauf dieser Ereignisse entstanden u.a. die Römerlager Haltern und Oberaden, deren heutige Museen ebenfalls zu den Exkursionszielen gehörten. Im 1993 am Ort des Lagerwalls eröffneten Römermuseum Haltern informierte Sabine Holländer über die Ausrüstung und Strapazen des römischen Legionärs. Heute noch teilweise sichtbare Reste eines Spitzgrabens und Funde augusteischer Keramik führten 1905 in Oberaden zur Entdeckung des bislang grössten Römerlagers nördlich der Alpen.

Das kurze Intermezzo der Römer endete im Jahr 9 n.Chr. mit der völligen Vernichtung der drei Legionen des Varus durch die Germanen unter Arminius. Tacitus schrieb, die Kämpfe hätten unweit des “saltus Teutoburgiensis” stattgefunden. Im 17. Jahrhundert glaubte man den Ort der Schlacht lokalisiert zu haben und nannte Teile des Lipper Berglandes kurzerhand Teutoburger Wald. Das in Erinnerung dieser heroischen Tat 1875 hier errichtete Hermannsdenkmal war ebenfalls ein Exkursionsziel.

Archäologische Hinweise über den Ort der Varusschlacht gab es bis vor kurzem nicht und im Verlaufe der Jahrzehnte entstanden rd. 800 Theorien über den Ort des Schlachtfeldes. Erst 1987 wurden in Kalkriese bei Osnabrück (also “fast” noch in Westfalen) erste Hinweise dafür entdeckt, dass die militärische Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen hier erfolgte. 12 Jahre später begannen die archäologischen Ausgrabungen, die weitere Münten, Waffen, Reste der Ausrüstung römischer Soldaten sowie Reste von Wallanlagen freilegten. Ende April wurde das Varusschlacht - Museum eröffnet. Das der Streit über den Ort weitergehen wird, zeigte ein Abendvortrag von Dr. Manfred Millhoff aus Unna, der eine neue Theorie vorstellte.

Nach der Niederlage des Varus wurde der Rhein als römische Grenze gesichert und die Militärlager verfestigt. Zu ihnen gehörte auch das im 1. nachchristlichen Jahrhundert errichtete Castra Vetera II und deren Zivilsiedlung, die um 105 als Colonia Ulpia Traiana zur Stadt erhoben wurde und heute teilweise das Gelände des Archäologischen Parks Xanten bildet. Hier fanden bei den Exkursionsteilnehmern insbesondere die freigelegten Grossen Thermen und der teilweise rekonstruierte Hafentempel Interesse.

Die ereignis- und erlebnisreichen Tage endeten mit der gemeinsamen Vorbereitung und Mahl römischer Vorspeisen nach altrömischen Rezepten von Apicius im Stadtmuseum Bergkamen. Neben viel Sonnenschein trugen kompetente und rhetorisch geschulte Führer, die den Blick in die Vergangenheit bildlich gestalteten, massgeblich zum Gelingen der Exkursion bei.(amü 6/02):

Ausgrabungen und Forschungsergebnisse:

Die Himmelsscheibe von Nebra   von Klaus Volke

Der 23. Februar 2002 wird als ein bedeutender Tag in die Geschichte der Archäologie eingehen. An diesem Tag wurde ein archäologischer Sensationsfund, die sog. "Himmelsscheibe von Nebra", für die Öffentlichkeit gerettet. Bevor hier dargelegt wird, wie es dazu kam, zunächst einige Erläuterungen zum Fundgegenstand. Es handelt sich um eine etwa 3 kg schwere Bronzescheibe (Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn), auf der in Form von Goldauflagen die Sonne, der Mond, die Milchstraße (?), eine Himmelsbarke (?) und 29 Sterne zu sehen sind. Ein Stern ist abgefallen, weitere sind verdeckt, Sodas man von mindestens 32 Sternen ausgehen muss. Die Deutung einiger dieser Objekte ist noch strittig und bedarf weiterer Forschungen. Bei den mit (?) gekennzeichneten Begriffen kann es sich auch um Horizontbegrenzungen handeln. Selbst bei der Sonne kann es sich auch um den Mond handeln und die Mondsichel kann auch eine partiell verfinsterte Sonne darstellen. Dagegen sind bei den Sternen eindeutig die Plejaden, das "Siebengestirn" im Sternbild Stier, zu erkennen. Wenn man an die Malereien in altägyptischen Felsengräbern denkt, ist auf der Scheibe zwar nicht die älteste Himmelsdarstellung der Welt, aber die älteste konkrete Darstellung der Gestirne zu sehen. Im Gegensatz zu dieser Scheibe ist der Himmel in den Felsengräbern phantasievoll und abstrakt, allenfalls nach geometrischen Gesichtspunkten, dargestellt. Die Scheibe hat einen Durchmesser von 32 cm, eine Dicke von 4 mm und ist etwa 3600 Jahre alt. Hinsichtlich der Tragweite für die Archäologie wird sie in den Medien mit dem "Ötzi" verglichen, jener Gletschermumie aus den österreichisch/italienischen Alpen, die am 19. September 1991 am Hauslabjoch gefunden wurde.

Doch zurück zu der Himmelsscheibe. Wie kam es zu diesem Sensationsfund? Ausgangspunkt war eine Raubgrabung, innerhalb welcher die Scheibe am 4. Juli 1999 im Ziegelrodaer Forst auf den Mittelberg gefunden wurde. Über dunkle Kanäle gelangte sie schliesslich in ein Hotel in Basel, wo sie verkauft werden sollte. Hier konnte sie am 23. Februar 2002 sichergestellt und damit der Menschheit erhalten werden. Im Rahmen einer Sonderausstellung des Museums für Vorgeschichte in Halle/Saale mit dem Titel "Die Welt ist eine Scheibe" hatten die Besucher Gelegenheit, den Sensationsfund zu bestaunen.

Für dieses einzigartige Fundstück sind inzwischen in den Medien mehrere Bezeichnungen üblich, so "Himmelsscheibe von Nebra", "Bronzescheibe von Sangerhausen" und "Sternenscheibe von Sangerhausen". Üblicherweise wird in der Archäologie ein Gegenstand nach dem am nächsten liegenden Ort benannt. Dies wäre in diesem Falle Wangen (Post Naumburg). Welche Bezeichnung sich schliesslich durchsetzen wird, bleibt zur Zeit offen. Das "Gerangel" hat einen kommerziellen Hintergrund und soll hier nicht interessieren.

Welche Funktion hatte diese Scheibe bei den Menschen der Bronzezeit? Hier sind die Forscher auf Vermutungen angewiesen. War sie ein Wegweiser und man hat sich nach den Sternen orientiert? Handelt es sich um ein religiöses Kultobjekt? Gesichert scheint nur, dass sie nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt war. Weitere Untersuchungen lassen evtl. genauere Schlussfolgerungen zu.

An der Erforschung dieses einmaligen Fundobjektes sind namhafte Wissenschaftler beteiligt, so der Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Dr. Harald Meller, Dr. Alfred Reichenberger vom Landesamt für Archäologie von Sachsen-Anhalt, der Archäoastronom Prof. Wolfhard Schlosser von der Ruhr-Universität Bochum und der Inhaber des Lehrstuhles für Archäometallurgie an der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Ernst Pernicka. (Die Archäometallurgie hat die Aufgabe, naturwissenschaftliche Methoden zur Untersuchung von metallischen Fundstücken und von mit den Bergbau zusammenhängenden Artefakten einzusetzen, um Licht in die Metallurgie unserer Altvorderen zu bringen, die Herkunft der Fundstücke zu ergründen und Handelswege aufzuklären. Sie ist ein Teilgebiet der Archäometrie.) Prof. Pernicka hatte die Aufgabe, die Echtheit der Scheibe zu prüfen. Auf Grundlage der Blei-Isotopenanalyse kam er zu dem Ergebnis: "Zu 99 % echt."

Mit einem vorerst geschätzten Alter von 3600 Jahren fällt dieser Fund in die frühe Bronzezeit. Die Schätzung wurde durch weitere Gegenstände an der Fundstelle möglich. Es handelt sich dabei um Kurzschwerter, Äxte und Armreifen, die möglicherweise zu einem Fund gehören. Da die Scheibe infolge der Raubgrabung aus ihrer ursprünglichen Fundsituation herausgerissen wurde, sind aber viele Indizien verloren gegangen. Es konnte bisher nicht geklärt werden, ob es sich bei dem Fundort um ein Fürstengrab oder um einen Kultplatz handelt, wahrscheinlich aber um das letztere. Durch weitere Analysen der Scheibe wird sicher eine genauere Datierung möglich sein. Vorerst ist nur gesichert, dass die Scheibe in der Bronzezeit, d.h. irgendwann zwischen 1800 und 750 v.Chr., hergestellt wurde, wahrscheinlich aber um 1600 v.Chr. Auch die Analyse der an den genannten Gegenständen anhaftenden Bodenreste und deren Vergleich mit Bodenproben von den anzunehmenden Fundorten wird weiteren Aufschluss geben.

Durch Korrosion bedingt, hatte die Scheibe im Verlaufe von Hunderten von Jahren eine grüne Farbe angenommen. Die eigentliche Farbe der Bronze ist goldbraun und stünde nur in geringem Kontrast zu den Goldauflagen. Möglicherweise hatte man die Oberfläche noch einer speziellen Behandlung (z. B. mit Pflanzensäften?) unterzogen, um den Kontrast zu verbessern. Dies ist aber nur eine von vielen noch ungeklärten Fragen. So soll beispielsweise auch festgestellt werden, ob alle Goldauflagen die gleiche chemische Zusammensetzung haben, weiterhin woher das Gold und die Rohstoffe für die Bronze kamen. Hier sollen am Lehrstuhl von Prof. Pernicka in Freiberg zerstörungsfreie und auch andere Analysenmethoden wie z. B. die Röntgenfluoreszenzanalyse und die Massenspektrometrie zum Einsatz kommen. Nach ersten Ergebnissen entspricht die Zusammensetzung des Goldes dem von Seifengold. Für eine heimische Herstellung spricht, dass die Scheibe gehämmert ist. Auch das Goldblech wurde durch Hämmern aufgebracht.

Wie ordnet sich dieser spektakuläre Fund nun chronologisch in die Geschichte der Metalle ein? Um diese Frage zu beantworten, werden einige herausragende Daten aus dieser Geschichte herangezogen, wobei die bisher ältesten Metallfunde, die man dem 8. Jt. v.Chr. zuordnet, willkürlich mit 8000 v.Chr. gleichgesetzt werden, mithin die Geschichte der Metalle etwa 10 000 Jahre alt ist. Es ergibt sich folgende Chronologie:

- um 8000 v.Chr.: Das erste Metall ist wahrscheinlich das Kupfer; älteste Funde von Gebrauchsgegenständen (Perlen, Pfrieme) aus gediegenem Kupfer in Südostanatolien;

- um 5000 v.Chr.: Einsatz des Feuers zum VerhĂĽtten von Erz und zur Verarbeitung von Metallen - Beginn der Pyrometallurgie;

- um 4200 v.Chr.: Bisher frĂĽhestes Goldobjekt, Fundort: Varna / Bulgarien;

- um 3100 v.Chr.: Erste schriftliche Erwähnung der Metalle in den Wirtschaftstexten von Uruk / Mesopotamien;

- um 3000 v.Chr.: Der frĂĽheste Zinnfund, ein Armreif, stammt aus Thermi (Insel Lesbos);

- um 2500 v.Chr.: Der Mensch lernt die Bronze kennen - Beginn der Bronzezeit im östlichen Mittelmeerraum;

- 18. Jh. v.Chr.: Beginn der Bronzezeit in Mitteleuropa - frühe Bronzezeit (Hockergräberkultur);

- um 1600 v.Chr.: Vermutliche Herstellungszeit der Himmelsscheibe;

- 15. Jh. v.Chr.: Mittlere Bronzezeit (Hügelgräberkultur);

- 13. Jh. v.Chr.: Späte Bronzezeit (Urnenfelderkultur);

- um 750 v.Chr.: Ende der Bronzezeit in Mitteleuropa - Beginn der Eisenzeit (die ältere Eisenzeit entspricht in Mitteleuropa der Hallstattzeit);

- 2002 n.Chr.: Die Himmelsscheibe wird gerettet und bleibt der Nachwelt erhalten.

 

Interessante Links - Das Tor zu noch mehr Links :

                   

 

www.schaetze-der-welt.de                    www.unterwasserarchaeologie.de

www.landesarchaeologen.de                  www.museen.de

www.land-der-pharaonen.de                  www.neanderthal.de

 

[Home] [Vereinslogo] [Kurzporträt] [Aufgaben] [Die Chronik] [Veranstaltungen] [Impressum] [Gästebuch]